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Missiologie
 
Was ist Missiologie?

Die Missiologie ist das Studium der Mission – was bedeutet wie die Botschaft des Evangeliums verbreitet wird. Es beinhaltet eine systematische Untersuchung des Prozesses und der Auswirkung der Mission, sowohl von Mann zu Mann als auch im kosmischen Bereich.

 

Allgemein

Der Begriff Missiologie wurde mehrfach als die „Wissenschaft der Kreuz kulturellen Kommunikation des christlichen Glaubens”, als „Hervorragen des wissenschaftlichen Lehrgangs, der die Aufgabe der Weltmission unterstreicht“ und als das „Studienfeld, welches Daten über biblische Ursprünge und die Geschichte der Verbreitung der christlichen Bewegung mit anthropologischen Prinzipien und Techniken für den weiteren Fortschritt untersucht, festhält und anwendet“ definiert.

Wenn die Missiologie als eine Wissenschaft beschrieben wird, muss sie als eine angewandte Wissenschaft anerkannt werden. Die unterstreichende Dynamik des missiologischen Prozesses beginnt mit einer aktuellen Feldsituation, die eine Kirche oder Mission konfrontiert, in welcher ihre Probleme, Erfolge und Misserfolge klar erkannt werden; es endet mit der Anwendung von missiologischen Perspektiven in dieser gleichen Feldsituation.

Die drei Hauptlehrgänge, deren Eingabe für den missiologischen Prozess essentiell ist, sind die Theologie (hauptsächlich die biblische), Anthropologie (hauptsächliche sozial, angewandt und theoretisch aber einschliesslich der primitiven Religion, Linguistik, kultureller Dynamik und kultureller Veränderung), und Geschichte. Andere beisteuernde Lehrgänge beinhalten Psychologie, die Theorie der Kommunikation und Soziologie. Alle diese Disziplinen beeinflussen sich gegenseitig innerhalb spezifischer Strukturen und Problemen der gegebenen Feldsituation und mit der Motivation des Evangeliums als die steuernde Kraft des Zusammenwirkens. Deswegen sind die grundlegenden Komponenten, die später die „Missiologie“ werden, weder Theologie noch Geschichte, weder Anthropologie noch Psychologie, noch die Gesamtsumme dieser Studienfelder. Hingegen kommen Ethnotheologie, Ethnogeschichte und Ethnopsychologie auf. Der Lehrgang der Missiologie steht dann von selbst, bereichert und beeinflusst durch Zusätze wie Ökumenismus, nicht christliche Religion oder sogar Wirtschaft.

Hauptaspekte

Die Missilogie ist ein neuer Lehrgang mit einer langen Geschichte. Zu einer Zeit in ihrer Geschichte hat die Kirche entweder vollständig ihre missionarische Aufgabe vergessen oder versagt, sich in einer Weise ernsthafter Überlegung über die grundlegenden Fragen, welche das aufgeworfen hat. Auf die eine oder andere Art haben Christen in jeder Generation über diese fünf Sachverhalte diskutiert:

1. Apostolische Praktiken
evangelische Praxis der Apostel als auch ihre erhaltenen Lehren enthält? Was ist die kollektive Verantwortung der Kirche, die das Ausschreiten der Arbeiter berührt, die den Gehorsam im Glauben unter alle Nationen bringen.“ (Römer 1,5)?

2. Kirchenstruktur und Mission
Was ist die Beziehung zwischen der strukturierten Gemeinde der Kirche, die von den kirchengeistlichen Autoritäten geleitet werden und deren Missionsstruktur in ihrem Leben von andern gesteuert wird, ob freiwillig oder autorisiert, wobei das Evangelium mit Nicht-Christen geteilt wird und neue Gemeinden gepflanzt werden?

3. Das Evangelium und die Religionen
Was ist die Beziehung zwischen der guten Nachricht über Jesus Christus und andern religiösen Systemen, welche Seine Herrschaft nicht akzeptieren? Gibt es eine Gültigkeit der religiösen Erfahrungen ihrer Anhänger oder repräsentieren diese Religionen unverminderte Gottverlassenheit und menschliche Rebellion? Erlösung und Nicht-Christen

Was ist das ewige Schicksal derjenigen, die durch keinen eigenen Fehler gestorben sind, ohne jemals das Evangelium gehört zu haben? Was ist die Beziehung zwischen dem Versöhnungswerk von Christus und denjenigen, die unwissend darüber, das Göttliche durch die Natur, das Gewissen und die Geschichte erfahren und geschrien haben: „Gott, sei mir Sünder gnädig?“

4. Christentum und Kultur
Wenn Gott der Gott der Nationen ist und in allen Epochen der menschlichen Geschichte wirkt, was für eine Gültigkeit hat jede einzelne Kultur? Sollten ihre Elemente besessen oder angepasst oder ersetzt werden, wenn die christliche Bewegung eintritt und lokale Gemeinden strukturiert werden?

5.Geschichte
Diese Streitpunkte wurden während fast zweitausend Jahren diskutiert, weil die Kirche sich zu einem gewissen Grad ihrer Pflicht als Missionarin bewusst war. Man kann schwer eine lebendige Gemeinde haben, die nicht zu einem gewissen Bereich missionarisch ist, sogar wenn sich ihr Verbreitungsfeld nur innerhalb der Blutsverwandtschaft und innerhalb einer Rasse abspielt. Aber es gab zwei römisch-katholische Schreiber, den Jesuiten Jose de Acosta in 1588 und den Carmeliten Thomas a Jesu in 1613, welche die ersten waren, die verständliche Missionstheorien entwickelten, vorwiegend in Bezug auf Lateinamerika. Ihre Schriften regten eine Folge von holländischen Protestanten des 17. Jahrhunderts an, die sich stark mit der Evangelisation von Ostindien beschäftigten: Hadrianus Saravia, Justus Heurnius, Gisbertus Voetius und Johannes Hoornbeeck. Im Gegenzug beeinflussten die Schriften dieser Männer John Eliot, einen frühen Missionaren für die Indianer von Neuengland und William Carey, den Vater der modernen Mission. Durch Jan Amos Comenius, Bischof der Moravianer in den Niederlanden, erreichte ihren Einfluss den Grafen von Zinzendorf, der in der Transformation der Moravianer in eine dynamische Missionsbewegung prominent war.

Jedoch dauerte es nicht bis Ende des 19. Jahrhundert, dass die Missiologie wirklich als akademischer Lehrgang aufkam. Zwei deutsch Lutheraner waren verantwortlich: Karl Graul, Direktor der Leipziger Mission war (nach Otto Lehmann) der „erste Deutsche, der sich für eine höhere akademische Lehre in diesem Feld qualifizierte“; und Gustav Warneck, der heute als der Gründer der protestantischen Missionswissenschaft bekannt ist. Seine evangelische Missionslehre (1892) bestätigt diese Bezeichnung absolut. Warneck beeinflusste den grossen katholischen Missiologen Joseph Schmidlin (1876-1944) und initiierte somit die wachstumsfördernde Interaktion zwischen den zwei Hauptsegmenten der Kirche, die bis zu Gegenwart andauert.

Warnecks Tod traf praktisch mit der Weltmissionskonferenz in Edinburgh in 1910 zusammen. Seit da reflektieren die Versammlungen der Stiefkinder dieser Konferenz, der Internationale Missionsrat (bis Ghana 1958) und die Kommission über die Weltmission und die Evangelisation des Ökumenische Rat der Kirchen (nach Neu Delhi 1961) weiterhin über die grosse Vielfalt der Aspekte der Missionswissenschaft. In den letzten Jahren nahmen nich-konziliare Evangelische in grösserem Masse an dieser wissenschaftlichen Debatte teil, aufgrund ihres Interesses, dass eine biblische Theologie ihren missionarischen Ruf zentral machen muss, ein Postulat, das von 1960 an stark mit der Radikalisierung der ökumenischen Theologie und der wachsenden Säkularisierung der meisten Mitgliederkirchen des ökumenischen Rates in ihrem Dienst in der Welt herausgefordert worden ist.

In den letzten Jahrzehnten ist die Literatur über Missionstheorie stark angewachsen, mit populären Polarisationen von konkurrierenden Philosophien von der Mission, die die Szene dominiert. Evangelische werden immer noch für eine Missionstheologie gescholten, die das Reich Gottes ignoriert und fast ausschliesslich auf das ewige Leben fokussiert. Katholiken wurden mit Triumphalismus beladen, angeblich weil alles was sie zu verteidigen hatten, eine Theologie mit einem einzigen Fokus war: die Verbreitung der Kirche. (In den 1970ern hingegen wurden weite Sektionen dieser Kirche eine dominante Kraft im Kampf für soziale Gerechtigkeit in der dritten Welt.) Konziliare Protestanten werden angeklagt, durch die unmittelbaren sozialen und menschlichen Probleme gefasst zu werden, die unbefugte Freiheit mit den Kirchenverpflichtung „unerreichte Völker“ zu evangelisieren als irrelevant vernachlässigt haben und religiöse Begegnungen werden auf freundliche Gespräche limitiert, die alle Gedanken von Konversion und Kirchengründung meiden.


Die Evangelischen und die heutige Missiologie-Debatte

Die Evangelischen spielten im Juni 1972 eine wichtige Rolle in der Organisation der American Society of Missionlogy (A S M) am Scarritt College, Nashville, Tennesse, um die uneinige Vielalt zu vermindern und eine schlüssige Basis für ein gültiges wissenschaftliches Lehrfach zu entwickeln. Sie anerkannten die Gültigkeit und Wichtigkeit der Perspektiven aller Segmente der christlichen Bewegung; das Studium der Missiologie würde an Gleichgewicht mangeln und verarmen, wenn eine der Perspektiven eine faire und volle Aufmerksamkeit ablehnte. ASM wurde eine Gemeinde von Studierenden, die von den konziliarischen Protestanten, den römischen Katholiken, den Orthodoxen und den nicht konziliarischen Evangelischen abstammten.

In diesem Forum versuchen die Evangelischen, dieses aufkommende Lehrfach mit ihrem biblischen Schwerpunkt auf dem christologischen Zentrum zu stabilisieren: das Evangelium hat sein Herz auf der Bestätigung, dass Jesus Chirstus alleine Herr ist und dass Er allen, die in Reue und Glauben zu Ihm kommen, das Leben anbietet. Ihr vorrangiges Anliegen ist die evangelistische Aufgabe, Christus zu verkündigen und alle Völker überall zu überzeugen, seine Jünger und verantwortungsbewusste Mitglieder seiner Kirche zu werden. Sie sehen das als das hauptsächliche und unersetzbare Ziel der christlichen Mission. Sie betonen die Priorität der Vermehrung von strukturierten Aussagen der chrstlichen Gemeinde, in welcher Lobpreis gehalten und eine unterstützende Gemeinschaft vertieft und ausgebaut werden kann. Sie ermutigen die Vermehrung von Organisationen von Freiwilligen (Missionsstrukturen), die grosse Vielfalt der Aufgaben auszuführen, die Gott seinem Volk aufgetragen hat.

Ihr Fokus ist unweigerlich ekklesiologisch. Sie verfechten, dass die Entwicklung des individuellen und inneren Glauben mit verkörpertem, äusserlichen Gehorsam zum kulturellen Auftrag, der in der Heiligen Schrift breit detailliert wird, begleitet werden muss. Man muss der Welt dienen, nicht die Welt vermeiden. Soziale Gerechtigkeit muss gefördert werden und Probleme wie Krieg, Rassismus, Armut und wirtschaftliches Ungleichgewicht müssen aktive Interessen derjenigen werden, die Jesus Christus nachfolgen wollen. Es ist nicht genug, dass die christliche Mission versöhnend ist; sie muss auch prophetisch sein. Und sie muss die Verpflichtung betonen, vor der Welt Einheit des Volk Gottes auszudrücken.

Die christliche Bewegung muss auf Zusammenbringung fokussieren, während sie sich weiter verbreitet. Die römisch-katholischen und orthodoxen Missiologisten betonen die sakramentale, liturgische und mystische Gesinnung, die die Kirche über Jahrhunderte bereichert hat. Das Problem, das sie am meisten beschäftigt, ist wie die Kirche das Vatikan II Mandat erfüllen kann: die essentielle Funktion als das „Göttliche Geschenk“, durch die Manifestierung und Aktualisierung des Eschaton, die letztliche Realität der Erlösung und Versöhnung in dieser Welt; wie sie garantieren kann, dass der Staat, die Gesellschaft, die Kultur und auch die Natur selbst im realen Blickfeld der Mission liegen; wie sie eine wirklich bodenständige Gemeinde aufbaufen; wie sie die Folgen zeigen kann, die eine aufrichtige geistige Ausbildung produziert; wie sie in einem bedeutungsvollen und geistlich produktiven Dialog mit asiatischen Glaubensrichtungen eintreten kann; und wie sie die Einzigartigkeit und Finalität von Jesus Christus bewahren und im gleichen Zug anerkennen kann, dass die christliche Bewegung zu ihrem besten represäntiert, was Berdyaev eine „unbeendete Offenbarung über absolute Bedeutung und Berufung des Menschen“ nennt.

Missiologisten dieser drei Ströme des biblischen Engagements sind verpflichtet, einander ernsthaft zuzuhören. Und das verheisst Gutes für die Missiologie als eine sich noch entwickelnde „Wissenschaft“, ein „Lehrfach“ und „ein separates Studienfeld“. Wenn es schärfer differenziert wird und seine Konzepte und Werkzeuge besser beherrscht werden, wird es ein zusehends nützliches Instrument für das weitere Verständnis und die Ausführung der heutigen christlichen Mission werden. Ausserordentliche amerikanische evangelische Missiologisten waren Rufus Anderson, der Bekanntmacher der Kirche der Eingeborenen des 19. Jahrhunderts (die Mission wurde zur Verbreitung einer biblischen, selbst fortpflanzenden Christenheit eingerichtet); Kenneth Scott Latourette und R. Pierce Beaver, zwei hervorragende Autoritäten in der Missionsgeschichte und jüngere Kirchen; Donals A McGavran, der Gründer der Kirchenwachstumsbewegung; Eugene A Nida, die Expertin der Bibelübersetzungen und die „Cross cultural communication of the Christian faith“; J Herbert Kane, der überaus produktive Schreiber der ersten Texte über alle Aspekte der christlichen Mission und George W Peters, der kreative biblische Theologe in der Mennonitischen Tradition.

A. Glasser
(Elwell Evangelical Dictionary)

Bibliographie

C W Forman, "A History of Foreign Mission Theory in America," in American Missions in Bicentennial Perspective ed. R P Beaver; A F Glasser, "Missiology, What's It all About?" Miss Rev 6:3 - 10; J Glazik, "Missiology," in Concise Dictionary of the Christian World Mission; O G Myklebust, The Study of Missions in Theological Education; J Verkuyl, Contemporary Missiology: An Introduction



 
 
 
 
 
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