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Was ist Theologie?
 

Die Theologie ist das Studium über Gott. Als solches ist es ein gewaltiges Feld – dessen Erforschung das Ministerium und das persönliche geistige Wachstum einer Person durchgehend bereichern kann.

Ein geschichtlicher Überblick

Der Begriff Theologie setzt sich aus den griechischen Worten “theos” (Gott) und „logos“ (Wort, Rede, Sinn oder Vernunft) zusammen. Theologie kann also als die logische Abhandlung über Gott bezeichnet werden. Im strengsten Sinne umfasst die Theologie nur die Existenz und die Natur des göttlichen Wesens. Im weiteren und allgemeineren Gebrauch hingegen kann es eine volle Tragweite von menschlichen Beziehungen und Antworten auf das Göttliche einbeziehen. Obwohl die westliche Religion den Begriff öfters verwendet, wird das Wort „Theologie“ auf das systematische Studium und die Präsentation jeder Religion angewandt.

Das Wort Theologie wird dem griechischen Philosophen Platon zugeschrieben, der es als „rationelle Auffassung“ des Göttlichen definierte, im Gegensatz zu poetischeren oder fantasievollere Ideen über die Göttlichkeit. Die folgende griechische Tradition rationeller Theologie überlebte in christlichen Zeiten gut und Aspekte davon beeinflussten die Formung von verschiedenen jüdischen, christlichen und islamischen Theologien.

Im frühen Christentum hatte die Theologie eine Vielzahl von Bedeutungen. Es bezog sich unter anderem auf das gesamte Mysterium Gottes, auf spezielle Lehren über Gott (zum Beispiel die Dreifaltigkeitslehre oder auf einen Zustand des mystischen Wissens Gottes. Generell aber beinhaltet die Theologie ein Verständnis von Gott über einem simplen Glauben an Gott. Nur in der frühmittelalterlichen Zeit wurde die Theologie ein akademisches Feld oder eine „Wissenschaft“, in einem modernen Sinne. Mit dem Aufschwung von frühmittelalterlichen Universitäten kamen theologische Fakultäten auf und die Theologie selbst wurde als eine Wissenschaft wie andere Studiengänge definiert. Es kam aus seinen ersten Prinzipien, folgte akzeptierten Rechten von rationellen Nachforschungen und produzierte einen organisierten Wissensbereich in seinem eigenen Recht. Seit dem Mittelalter beinhaltet die Theologie sowohl akademische als auch nicht akademische Formen religiöser Studien, die oft in gegenseitiger Spannung stehen.

Mit dem Verlauf ihrer Geschichte wurde die Theologie nach verschiedenen Mustern unterteilt. Eine typische Form unterscheidet zwischen historischer, systematischer und philosophischer Theologie. Die erste untersucht den Inhalt einer religiösen Tradition; die zweite strebt verständliche Erklärungen und den Ausdruck ihrer Lehren an; und die dritte erforscht die philosophischen Voraussetzungen und Implikationen des religiösen Glaubens. Genauso wichtig sind die moralische Theologie oder Ethik, welche die moralische Dimension des religiösen Lebens untersucht, und die praktische Theologie, welche die Formen der Anbetung, das Organisationswesen und die Arten der zwischenmenschlichen Beziehungen mit religiösen Gemeinden interpretiert.

Obwohl verschieden Fragen die Theologen zu verschiedenen Zeiten beschäftigt haben, stellten sich gewisse Themen als Basis des theologischen Studiums ein. Diese beinhalten die Basis des menschlichen Wissens über Gott, das Wesen und die Eigenschaften Gottes, die Beziehung von Gott mit der Welt und der Welt mit Gott, die Arten der göttlichen Regierung über menschliche Angelegenheiten, die Quelle und der Charakter der menschlichen Entfremdung vom Göttlichen, die Art der Wiederherstellung des Menschen durch Gott und das endgültige Schicksal der Menschheit. Solche Themen waren massgebend durch die theologische Geschichte hindurch und dominieren auch die heutige theologische Sicht. ~ William S Babcock

Die menschliche Natur: eine Bibelstunde
Von Douglas A. Smith, ins Deutsche

In dieser Bibelstunde erkläre ich meinen Glauben über die biblische Sicht über die menschliche Natur, insbesondere betone ich die rechtgläubige Lehre der ursprünglichen Sünde. In den meisten christlichen Kulturen wird normalerweise gelehrt, dass der Mensch eine angeborene sündhafte Natur hat. Das ist ein Teil des Fluches, den Gott nach der ersten Sünde von Adam und Eva im Garten Eden der ganzen Menschheit auferlegt hat. Somit erhielt die Menschheit eine Natur, die zum Bösen neigt. Es wird gelehrt, dass der Mensch wegen dieser sündhaften Natur keine Fähigkeit dazu hat, Gott oder irgendetwas Gutes, das Gott befriedigen könnte, zu wählen. Die Erlösung ist also ohne ein Wunder von Gottes Gnade unerreichbar; sie ein übernatürlicher Wandel ist, der die menschliche Natur stetig vom Bösen zum Guten verändert. Es wird gelehrt, dass der Mensch durch diese unwillkürliche Erneuerung gerettet wird.

Ich werde eine andere Sicht dieser Studie präsentieren. Ich finde in der Schrift keine Grundlage für die oben beschriebene Sicht. Ich halte Folgendes für richtig: zuerst schuft Gott den Menschen nach Seinem Ebenbild. Er gab ihm und uns ein Fleisch, einen Körper, der einen gottgegebenen Mechanismus hat, dass er sich selbst erhalten will. Er gab uns das Gesetz oder Gebot. Er machte uns mit der Freiheit, diesem Gebot zu gehorchen oder nicht zu gehorchen. Auf diese Art kann Gott die Menschen ernten, die wirklich Sein Volk sind, Menschen, die sich freiwillig entscheiden, Ihm und Seinen Wegen zu gehorchen. Heutzutage und insbesondere durch das Opfer Seines Sohnes Jesus, hat Gott eine unglaubliche Gnade und Barmherzigkeit über der Menschheit walten lassen. Da unsere ersten Eltern freiwillig die Sünde wählten, machte Gott Seine wunderbaren Pläne für die Erlösung derer, die in der Zukunft Ihm gehören sollten. Er vergab und vergibt die Sünde, wenn der Mensch mit einem erschütterten Herzen zu Ihm kommst, Sein Wort hört und Seine Wege wählt.

Bevor wir weiterfahren, beachte folgende Dinge: es ist unangenehm, Ansichten in Betracht zu ziehen, die anders sind als die, die wir angenommen haben. Eine Betrachtung kann aber nur gut herauskommen, wenn die Studie mit Liebe getan wird. Wenn die Studie die korrekten Ansichten vertritt, dann überwindet die Wahrheit den Fehler und alle werden gesegnet, wenn sie die Fehler aus ihrem Glauben entfernen. Wenn aber die Studie fehlerhaft ist, dann sind alle gesegnet, wenn ihre Sicht wieder geklärt wird. Es besteht kein anderes Risiko als die Unsicherheit, die immer bei einer möglichen Veränderung kommt.

Charles G. Finney sagte im Vorwort seiner systematischen Theologie, bevor er seine Sicht über dieses Thema vorstellte:

• Wenn ein Bruder mich überzeugen will, dass ich einen Fehler gemacht habe, dann muss er mich zuerst verstehen und zeigen, dass er mein Buch durchgelesen hat und dass er es versteht und wirklich die Wahrheit sucht, nicht nach Herrschaft strebt. Wenn mein Bruder nach der Wahrheit sucht, werde ich durch die Gnade Gottes mit beiden Ohren hören und dann urteilen. Aber ich werde nicht versprechen, alles anzunehmen, was die Hochmütigen sagen, noch anzuhören, was die unverschämten Sprecher und Schreiber sagen oder schreiben, die eine Diskussion haben wollen. Aber allen ehrlichen Suchern der Wahrheit sage ich: Ja Bruder. Lass uns das ansehen. Die Wahrheit soll uns gut tun.

Betrachten wir zuerst die Umstände der ursprünglichen Sünde oder den Fall des Menschen:

1. Adam und Eva wurden nach dem Ebenbild Gottes erschaffen. Sie waren unschuldig und hatten weder Gutes noch Schlechtes getan.

2. Gott gab das Gebot: „Du sollst nicht von der Frucht dieses Baumes essen. Am Tage, an dem du davon isst, wirst du sterben.“ Hier wurde das klare moralische Gesetz aufgestellt. Gehorsam heisst, sich von diesem Baum fernzuhalten. Ungehorsam oder Sünde war es, die Frucht dieses Baumes zu essen.

3. Satan log: „Mitnichten werdet ihr sterben … ihr werdet wie Gott sein!“

4. Adam und Eva assen die Frucht in willigem Ungehorsam gegenüber dem bekannten Gebot Gottes.

5. Adam und Eva kannten ihre Schuld – sie wurden sich sofort ihrer Blösse und der Notwendigkeit, zu Gott zu laufen bewusst, da sie schuldig waren.

6. Gott hielt Seinen Teil: der Mensch würde gewiss sterben. Das ist die Strafe für die Sünde und die Strafe, die die ganze Menschheit bis heute trägt.

Als nächstes sehen wir uns den Fluch an, den Gott in 1 Mose 3,14-19 auferlegt hat.

1. Die Schlange wurde unter allem Vieh und allen Tieren auf dem Feld verflucht

2. Sie wurde dazu verflucht, auf ihrem Bauch zu kriechen und Staub zu essen.

3. Feindschaft wurde zwischen die Schlange und die Frau und ihre Saat gelegt. Die Frau und die Schlange würden sich gegenseitig zermalmen.

4. der Fluch der Frau: der Schmerz bei der Kindsgeburt wurde erhöht

5. ausserdem hätte die Frau Lust nach dem Ehemann

6. der Mann: der Boden wurde verflucht mit Dornen und Disteln – harte Arbeit war notwendig für das Überleben

7. der Mann und die ganze Menschheit: Staub bist du und zum Staub wirst du zurückkehren. In anderen Worten: der gewisse Tod.



Nun eine Analyse der ersten Sünde:

• In diesem und keinem andern Abschnitt der Genesis oder einem anderen der 5 Bücher Mose gibt es Andeutungen, die darauf schliessen lassen, dass Gott die menschliche Natur vom Guten oder Unschuldigen zum Sündhaften verändert hat, so dass der Mensch völlig unfähig wäre, das Gute ohne einen physischen übernatürlichen Eingriff zu wählen.

•Der Mechanismus oder Prozess der Sünde hat sich vom ersten Tag an bis heute nicht verändert. Wir wurden genau gleich wie unsere ersten Eltern gemacht, ausser dass wir keine Körper haben, die mehr als 900 Jahre leben können. Wie Adam und Eva wurde auch uns die Wahl zwischen dem Gebot Gottes und der Lust des Fleisches gegeben, das heisst, wir haben dieselbe Wahl in jeder moralischen (geistigen) Entscheidung, die wir fällen.

• Wenn Gott das Abbild von Adam und Eva so verändert hätte, dass sie einen physischen, unkontrollierbaren Instinkt hätten, entweder das Gute oder das Böse zu wählen, dann würden wir diese Szene ansehen und sagen: Das ist nicht fair.

• Wenn Gott Adam und Eva so geschaffen hätte, dass sie instinktiv nur Gutes tun könnten, hätte Er keinen Gefallen an ihrem Tun, da es keine freie Wahl gewesen wäre. Ihre Wahl wäre programmiert, nicht echt. Wenn sie auf der anderen Seite dafür vorbestimmt worden wären, das Böse zu wählen, könnten wir Gott wirklich als ungerecht bezeichnen. Er hätte Geschöpfe erschaffen und ihnen ein Gebot gegeben, von welchem Er wusste, dass sie es nicht halten konnten und würde sie danach dafür bestrafen.

• Wenn Gott unser Abbild heute in unserer Wahl von Gut und Böse irgendwie verfälscht hätte, dann wäre Er auch ungerecht. Es wäre unmöglich. Wir sind alle vor Gott verantwortlich, ob wir Seine Wege (Gerechtigkeit) oder selbstsüchtige Wege (Sünde) wählen. Es wäre ungerecht, wenn Gott von uns Gehorsam verlangte, aber uns unfähig zum Gehorsam erschaffen hätte. Gott hätte auch keine echten Nachfolger, wenn Er sie so gemacht hätte, dass sie nicht anders könnten als Ihn zu wählen. Weder Sünde noch Gerechtigkeit sind echt, wenn sie nicht von einem Herz kommen, das sündigen oder Gutes tun will.

Untersuchen wir einige Schriften, die über die Angelegenheit sprechen:

Jakobus 1,13-16
Niemand sage, wenn er versucht wird, dass er von Gott versucht werde. Denn Gott kann nicht versucht werden zum Bösen, und er selbst versucht niemand. Sondern ein jeder, der versucht wird, wird von seinen eigenen Begierden gereizt und gelockt. Danach, wenn die Begierde empfangen hat, gebiert sie die Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, cgebiert den Tod. Irrt euch nicht, meine lieben Brüder.

Jakobus 4,17
Wer nun weiss, Gutes zu tun, und tut's nicht, dem ist's Sünde.


• Diese fundamentalen Konzepte von Jakobus zeigen die Tatsache, dass die Sünde eine freie Wahl ist.

Johannes 9,41
Jesus sprach zu ihnen: Wärt ihr blind, so hättet ihr keine Sünde; weil ihr aber sagt: Wir sind sehend, bleibt eure Sünde.

Johannes 15,24
"Hätte ich nicht die Werke getan unter ihnen, die kein anderer getan hat, so hätten sie keine Sünde. Nun aber haben sie es gesehen, und doch hassen sie mich und meinen Vater.


• Die Menschen sündigen, wenn sie es wählen, wenn sie bewusst dem offenbarten Licht Gottes ungehorsam sind und wählen, sich selbst zu dienen ohne Gott und ihre Nächsten zu berücksichtigen. Da diese Leute, zu denen Jesus sprach, frei wählten, zu tun was sie taten, hatten sie keine Entschuldigung und ihre Sünde blieb. Wenn sie nicht hätten sehen können, wären sie vor Gott nicht für ihre Taten zur Verantwortung gezogen worden.

Römer 1,16-21
Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben, die Juden zuerst und ebenso die Griechen. Denn darin wird offenbart die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, welche kommt aus Glauben in Glauben; wie geschrieben steht (Habakuk 2,4): «Der Gerechte wird aus Glauben leben.» Denn Gottes Zorn wird vom Himmel her offenbart über alles gottlose Wesen und alle Ungerechtigkeit der Menschen, die die Wahrheit durch Ungerechtigkeit niederhalten. Denn was man von Gott erkennen kann, ist unter ihnen offenbar; denn Gott hat es ihnen offenbart. Denn Gottes unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit der Schöpfung der Welt ersehen aus seinen Werken, wenn man sie wahrnimmt, so daß sie keine Entschuldigung haben. Denn obwohl sie von Gott wussten, haben sie ihn nicht als Gott gepriesen noch ihm gedankt, sondern sind dem Nichtigen verfallen in ihren Gedanken, und ihr unverständiges Herz ist verfinstert.


• Die Menschen haben die Fähigkeit, Gott zu wählen, weil Er uns das Licht der Schöpfung gegeben hat. Er erwartet von uns, dass wir Ihn wählen. Wenn wir Ihn nicht wählen, haben wir keine Entschuldigung.

Römer 2,5-8
Du aber mit deinem verstockten und unbußfertigen Herzen häufst dir selbst Zorn an auf den Tag des Zorns und der Offenbarung des gerechten Gerichtes Gottes, der einem jeden geben wird nach seinen Werken: ewiges Leben denen, die in aller Geduld mit guten Werken trachten nach Herrlichkeit, Ehre und unvergänglichem Leben; Ungnade und Zorn aber denen, die streitsüchtig sind und der Wahrheit nicht gehorchen, gehorchen aber der Ungerechtigkeit;


• Wir werden von Gott angewiesen, das Gute zu tun und Ihn zu suchen. Das wäre nicht geboten worden, wenn es unmöglich wäre. Wir sind diejenigen mit einem sturen und uneinsichtigen Herzen. Wenn Gott unsere Natur so erschaffen hätte, dass wir nichts anderes als das Böse tun könnten, dann wären nicht wir, sondern Gott für unsere Sünde verantwortlich.

Römer 2,9-15
Trübsal und Angst über alle Seelen der Menschen, die Böses tun, zuerst der Juden und ebenso der Griechen; Herrlichkeit aber und Ehre und Frieden allen denen, die Gutes tun, zuerst den Juden und ebenso den Griechen. Denn es ist kein Ansehen der Person vor Gott. Alle, die ohne Gesetz gesündigt haben, werden auch ohne Gesetz verlorengehen; und alle, die unter dem Gesetz gesündigt haben, werden durchs Gesetz verurteilt werden. Denn vor Gott sind nicht gerecht, die das Gesetz hören, sondern die das Gesetz tun, werden gerecht sein. Denn wenn Heiden, die das Gesetz nicht haben, doch von Natur tun, was das Gesetz fordert, so sind sie, obwohl sie das Gesetz nicht haben, sich selbst Gesetz. Sie beweisen damit, daß in ihr Herz geschrieben ist, was das Gesetz fordert, zumal ihr Gewissen es ihnen bezeugt, dazu auch die Gedanken, die einander anklagen oder auch entschuldigen


• Sünde und Gerechtigkeit sind Angelegenheiten der Herzen und Motive. Diejenigen, die Herzen haben, die Gott und Seine Wege lieben, gefallen Ihm. Diejenigen, die Herzen haben, die ihrer eigenen Lust folgen, verletzen ihr Gewissen und das Gesetz Gottes.

Römer 5,12-14
Deshalb, wie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und der Tod durch die Sünde, so ist der Tod zu allen Menschen durchgedrungen, weil sie alle gesündigt haben. Denn die Sünde war wohl in der Welt, ehe das Gesetz kam; aber wo kein Gesetz ist, da wird Sünde nicht angerechnet. Dennoch herrschte der Tod von Adam an bis Mose auch über die, die nicht gesündigt hatten durch die gleiche Übertretung wie Adam, welcher ist ein Bild dessen, der kommen sollte.


• Der Punkt in diesen Versen ist, dass der Tod regiert und alle Menschen wegen diesem Fluch sterben. Dieser Vers sagt nicht, dass alle Menschen wegen diesem Fluch sündigen, sondern dass alle sterben. Alle Menschen sündigen, weil sie es frei wählen, genauso wie diejenigen, die Gott dienen und Jesus Christus als Herr und Erlöser annehmen, weil es frei wählen.

Römer 6,7-12
Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde. Sind wir aber mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden, und wissen, dass Christus, von den Toten erweckt, hinfort nicht stirbt; der Tod kann hinfort über ihn nicht herrschen. Denn was er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben ein für allemal; was er aber lebt, das lebt er Gott. So auch ihr, haltet dafür, dass ihr der Sünde gestorben seid und lebt Gott in Christus Jesus. So lasst nun die Sünde nicht herrschen in eurem sterblichen Leibe, und leistet seinen Begierden keinen Gehorsam


• Wir überwinden die Sünde in unserem Leben, wenn wir realisieren, dass Christus starb, um uns zu retten und uns so von den Fesseln der Sünde – dem Tod – befreite. Wir sind nicht länger der Strafe der Sünde unterworfen, und sollen nicht mehr sündigen, da wir diese grossartige Wahrheit erfahren haben.

Was ist zusammenfassend die Perspektive, die hier vorgestellt wird?

Sünde und Gerechtigkeit sind und müssen eindeutige Willensakte sein. überall in der Schrift ist die Botschaft, Gott zu gehorchen und vor der Sünde zu fliehen. Diese Gebote werden dem Menschen gegeben, weil Gott uns mit der Fähigkeit geschaffen hat, Ihn zu wählen. Wenn Gott uns mit einer Tendenz zum Bösen oder Guten geschaffen hätte, wäre unsere Wahl fern von jeder Wahrheit. In Realität liegen die Wahlen, die wir treffen, ganz an uns und Gott nimmt uns an oder lehnt uns ab aufgrund unserer Antwort auf Sein Licht.

Und wie ist es mit Gottes Gnade, Barmherzigkeit und Vergebung?

Damit wir uns nicht missverstehen: eine Erlösung nach Werken wird hier nicht verkündigt. Als erstes sind die Menschen sterblich und verdienen keinen Gefallen von Gott. Alles Gute, das Gott dem Menschen gibt, ist ein Akt von Gottes Gnade für uns. Gott wählt, durch Seine Barmherzigkeit und für Seine höheren Zwecke, uns Vergebung für die Sünden zu ermöglichen und gab uns Hoffnung auf das ewige Leben für alle, die Ihn und Seine Gnade annehmen. Es ist durch Gottes Gnade, dass es einen Heilsplan für uns alle gibt.

Gottes Gnade begründet nicht die Erlösung im Sinne, dass sie den Willen des Menschen zwingt, Ihn auf jeden Fall zu wählen. Ohne Gottes Gnade gäbe es keine Hoffnung nach dem Grab, da der Mensch nichts tun kann, um unsterblich zu werden. Wenn wir Gottes Gnade so annehmen wie Er es von uns möchte, nämlich indem wir Seinen Sohn annehmen und Ihm folgen, akzeptieren wir das Geschenk, das Er uns gegeben hat, freiwillig. Das ist die klare Lehre des Alten und des Neuen Testaments.

© 1995 Douglas A. Smith, all rights reserved. This page may be freely reproduced as long as no alterations or additions to the content are made


Sünder sollen ihre Herzen ändern
Von Charles G. Finney

Hesekiel 18,31
Werft von euch alle eure Übertretungen, die ihr begangen habt, und macht euch ein neues Herz und einen neuen Geist. Denn warum wollt ihr sterben, ihr vom Haus Israel?

Diese Worte wurden an das Haus Israel gerichtet, als sie offensichtlich in einen Status der Verstocktheit gelangt waren; der Forderung, sich ein neues Herz und einen neuen Geist zu schaffen, wurde durch die harte Todesstrafe Geltung verschafft. Der Tod, der in diesem Text gemeint ist, kann nicht den natürlichen Tod bedeuten, denn der natürliche Tod gilt sowohl für die, die ein neues Herz haben als auch für die, die es nicht haben. Es kann auch nicht den geistigen Tod bedeuten, was der Status der totalen Sündhaftigkeit bedeutet. Denn dann hätte es heissen sollen: Wieso seid ihr bereits tot? Der Tod, von dem hier gesprochen wird, muss den ewigen Tod bezeichnen, oder den Status der Verbannung von Gott und der Herrlichkeit seiner Kraft, in den die Seele geworfen wird, die in ihrem Unrecht stirbt.

Das Gebot, das hier den Israeliten gegeben wird, adressiert sich an jeden Sünder, der nicht bereut hat, der das Evangelium hören sollte. Er muss die gleiche Pflicht ausüben, die gleiche Strafe. Es wird daher eine Angelegenheit von endloser Wichtigkeit, die wir gut verstehen sollen und der wir völlig und sofort gehorchen müssen. Die Frage, die einem überlegten Leser natürlich in den Sinn kommt, ist folgende:

Was müssen wir unter der Forderung, ein neues Herz und einen neuen Geist zu schaffen, verstehen?

Ist es verständlich, die Ausführung dieser Pflicht unter der Strafe des ewigen Todes zu fordern?

Wie ist diese Forderung, dass wir ein neues Herz und einen neuen Geist schaffen müssen, mit den oft wiederholten Erklärungen der Bibel, dass ein neues Herz das Geschenk und Werk Gottes sind, vereinbar?

Fordert Gott von uns die Ausführung dieser Pflicht, ohne deren Erfüllung zu erwarten, nur um uns unsere Unfähigkeit und Abhängigkeit von Ihm zu zeigen? Fordert Er von uns mit der Warnung vor der Strafe des ewigen Todes, dass wir ein neues Herz schaffen, obwohl Er genau weiss, dass wir keine Kraft haben, zu gehorchen? Und dass im Fall, dass das Werk vollbracht werden sollte, Er selbst das tun muss, was Er von uns verlangt?

Um diese Fragen ausreichend zu beantworten, versuche ich zu zeigen,

1.was ist nicht die Bedeutung dieser Forderung


2.was ist die Bedeutung dieser Forderung.

2. was ist die Bedeutung dieser Forderung.Wir müssen also nichts Neues an unserem Körper oder unserer Seele schaffen, denn wir haben alle Kräfte der moralischen Tätigkeit. Wir sind genau so wie Gott uns gemacht hat und brauchen keine Veränderung in der Substanz der Seele oder des Körpers. Es heisst auch nicht, dass wir einen körperlichen Wandel in uns selbst vollbringen sollen. Wir sollen keine neuen Prinzipien oder Geschmäcker zu unserem Körper oder unserer Seele hinzufügen. Einige Leute sprechen von einer Veränderung des Herzens, wie wenn es etwas Wunderbares wäre – eine Handlung, bei der der Sünder total passiv ist und worauf er warten muss, wie wenn er auf eine chirurgische Operation oder einen Schock wartete. Die Erfahrung zeigt aber auch, dass die, die ein neues Herz haben, keine grundlegende Veränderung ihrer Kräfte erleben. Sie sind dieselben Personen, soweit es sich um den Körper und die Seele handelt. Die Veränderung liegt in der Art, wie sie ihre moralische und physische Kraft benutzen. Ein konstitutioneller Wandel im Körper und in der Seele würde unsere persönliche Identität zerstören, so dass ein Christ oder jemand, der ein neues Herz hat, nicht das gleiche Individuum bezüglich seiner moralischen Tätigkeit, die er vorher war, wäre – er wäre nicht der gleiche Täter und hätte nicht die gleiche Verantwortung.

Noch einmal – würde der Mensch so verändert, dass er ein neues Prinzip der Heiligkeit in sich tragen würde, dann wären seine ganzen Bemühungen um Gehorsam wertlos. Der Gehorsam wäre eine reine Genugtuung seiner neuen Lust, in der nicht mehr Tugend liegt als im Essen, wenn wir hungrig sind, oder im Trinken, wenn wir durstig sind.

Noch einmal – wenn dem Menschen das Prinzip der Heiligkeit quasi implantiert würde und er einen Instinkt für die Heiligkeit bekäme, dann wäre die Ausdauer der Heiligen eine physische Notwendigkeit. Dann wäre es unmöglich, aus der Gnade zu fallen und die ganze Tugend der Ausdauer wäre wertlos.

Noch einmal – wenn dem Menschen das Prinzip der Heiligkeit quasi implantiert würde und er einen Instinkt für die Heiligkeit bekäme, dann wäre die Ausdauer der Heiligen eine physische Notwendigkeit. Dann wäre es unmöglich, aus der Gnade zu fallen und die ganze Tugend der Ausdauer wäre wertlos.

Noch einmal – die Idee eines naturgegebenen Wandels ist inkonsequent, wenn wir die die Rückfälle in Betracht ziehen. Denn wenn die Seele grundlegend verändert würde und der Instinkt für Heiligkeit und Gehorsam in der Substanz der Seele implantiert würden, dann wäre ein Fall von der Gnade so unnatürlich wie die Veränderungen der instinktiven körperlichen Bedürfnisse.

Noch einmal – ein naturgegebener Wandel ist unnötig. Einige Leute nehmen an, dass die Motive des Evangeliums die Seele nicht zum Gehorsam gegenüber Gott bewegen könnten, wenn es keine moralische Ähnlichkeit gäbe. In andern Worten, sie nehmen an, dass ein heiliges Prinzip in die Substanz der Seele eingepflanzt werden muss, da das Evangelium heilig ist. Es muss einen Instinkt in der Seele geben, der antworten kann und von der gleichen Natur wie das äussere Motiv ist. Ansonsten gibt es nichts im Motiv, das die Seele bewegen kann. Damit das Motiv heilig sein kann, muss der naturgegebene Geschmack heilig sein. Damit das Motiv sündhaft sein kann, muss das Gegenteil der Fall sein. Wenn wir nach diesem Prinzip arbeiten, dann frage ich mich: wie konnte der heilige Adam sündigen? Hatte Gott oder der Teufel zuerst einen naturgegebenen sündhaften Geschmack in ihn eingepflanzt? Oder wurden Adam und die Engel, die ihre Behausung nicht bewahrt hatten, ursprünglich mit sündhaften Geschmäckern erschaffen, was die Antwort auf die äusserlichen Motive gibt? Dann waren sie bereits Sünder gewesen und das von Natur aus. Wer ist dann der Schöpfer der Sünde und verantwortlich für all ihre Bosheit? Es ist wahr, die Beschaffenheit des Gemüts muss mit der Natur des äusserlichen Einflusses und des Motivs übereinstimmen. Und es muss eine solche Anpassung der Seele an das Motiv geben und vom Motiv an die Seele, wie es berechnet wurde, um jegliche gewünschte Tat der Seele zu produzieren. Aber es ist absurd zu sagen, dass diese grundlegende Anpassung ein heiliges Prinzip oder ein heftiges Verlangen nach Gehorsam gegenüber Gott sein könnte. Alle Heiligkeit, sei sie in Gott, in den Engeln oder in den Menschen, muss willig geschehen; andernfalls ist es keine Heiligkeit. Wenn man etwas heilig nennt, das ein Teil der Seele oder des Körpers ist – wenn man von einer heiligen Substanz spricht, es sei denn in einem übertragenen Sinne – ist Unsinn. Heiligkeit ist eine Tugend; es ist etwas Lobenswertes; es kann sich hier also nicht um einen Teil der erschaffenen Substanz des Körpers oder der Seele handeln, sondern muss aus willigem Gehorsam gegenüber den Prinzipien der ewigen Gerechtigkeit bestehen. Die nötige Anpassung des äusserlichen Motivs an den Verstand und des Verstands an das Motiv liegt in den Mächten der moralischen Tätigkeit, die jeder Mensch besitzt. Er hat das Verständnis, zu erkennen und zu wägen; er hat das Bewusstsein, über die Natur der moralischen Gegensätze zu entscheiden; er hat die Kraft und die Freiheit der Wahl. Jetzt werden die Motive des Evangeliums diesem moralisch grossartigen Wesen hinzugefügt. Und es gibt natürlich eine natürliche Tendenz in dieser gewichtigen Betrachtung, die ihn so beeinflusst, dass er seinem Meister gehorcht.

Um den Kernpunkt des Textes zu verstehen, zeige ich jetzt, was wir sind. Die Bibel spricht oft vom Herzen als einen Brunnen, aus welchem die moralischen Neigungen und Taten der Seele fliessen, wie Matthäus 15,19 sagt. Denn aus dem Herzen kommen hervor böse Gedanken: Mord, Ehebruch, Unzucht, Dieberei, falsche Zeugnisse, Lästerungen;

Der Begriff Herz wird im hier im übertragenen Sinne verstanden. Es gibt aber eine Ähnlichkeit zwischen dem Herz des Körpers und dem Herz der Seele. Das fleischliche Organ des Körpers genannt Herz ist der Sitz und der Brunnen des physischen Lebens, durch dessen konstante Tätigkeit Leben durch das physische System fliesst. Das geistige Herz ist der Brunnen des geistigen Lebens. Es liegt sehr tief, aber ist eine willentliche Vorliebe der Seele, die hinter allen willentlichen Neigungen und Gefühlen liegt und aus dem der Charakter geformt wird. In diesem Sinne verstehe ich den Begriff Herz, der im Text verwendet wird. Es ist offensichtlich etwas, worüber wir die Kontrolle haben. Etwas Williges, wofür wir beschuldigt werden können und das wir verändern sollen! Wenn jetzt aber gefordert wird, dass wir einen naturgegebenen Wandel in der Substanz des Körpers oder der Seele vollbringen müssen, ist das offensichtlich ungerecht; insbesondere wenn unter Androhung von einer Strafe, die nicht milder als die ewige Verdammnis lautet, ein Gehorsam gefordert wird, der nicht möglich sei, ist das schlichtweg eine unerträgliche Tyrannei. Es ist offensichtlich, dass die Forderung hier uns sagt, unseren moralischen Charakter, unsere moralische Seele zu verändern; in anderen Worten: die überwiegende Vorliebe unserer Seele zu verändern, die die Sünde der Heiligkeit vorzieht, die Selbstgenugtuung der Ehre Gottes vorzieht. Ich verstehe eine Veränderung des Herzens, so wie der Term hier benutzt wird, als eine Veränderung der Seele bezüglich des höheren Ziels; eine Veränderung in der Wahl des Ziels, nicht nur in der Wahl der Mittel. Ein Individuum mag seine Seele verändern und manchmal das eine Mittel, manchmal das andere Mittel vorziehen, um dasselbe Ziel zu verfolgen. Ein Mensch, der sich selbst, also seine eigene Zufriedenheit, als das höchste Ziel darstellt, kann sich einmal vorstellen, dass seine höchste Freude im Besitz der weltlichen Dinge liegt und sich selbst für diesen Zweck hingeben. Um Reichtum zu erlangen, mag er die Mittel oft verändern; einmal mag er Material begehren; ein anderes Mal die Beherrschung einer Wissenschaft und noch ein anderes Mal die Kenntnis der Kunst; aber all das sind nur Veränderungen der Seele bezüglich auf die Mittel, um dasselbe selbstsüchtige Ziel zu verfolgen.Schliesslich mag er sehen, dass diese Zufriedenheit nicht im materiellen Überfluss besteht, sondern darin, dass er ewig existiert. Er hat daher ein höheres Interesse an den Dingen der Ewigkeit als an den Vergänglichen. Er mag also seine selbstsüchtigen Ziele verlängern, sein Interesse auf die Ewigkeit ausdehnen und als das oberste Ziel das Heil seiner Seele anstreben. Es ist nun ein ewiges Interesse anstelle eines vergänglichen, das er als sein oberstes Ziel setzt. Aber dennoch ist das Ende seine eigene Zufriedenheit. Das Ende ist schliesslich dasselbe. Es ist nur eine Ausdehnung des Egoismus auf einer grösseren Skala. Anstatt sich mit der Zufriedenheit in der limitierten Zeit zu begnügen, strebt der Egoismus das Glück der Ewigkeit an. Als er seine Sicht und Wünsche auf die Anschaffung weltlicher Güter setzte, strebte er danach, die Neigungen, die Dienste, die Ehre und den Reichtum der Welt zu vergrössern. Jetzt verlängert er die Leinen und stärkt die Stricke seiner Selbstsucht; er trägt seine Wünsche und Ambitionen in die Ewigkeit hinaus; er beginnt zu beten, seine Bibel zu lesen und wird wunderbar religiös. Und würde gerne seine Leidenschaft vertiefen und den ewigen Gott auf seine Liste eintragen. Während seine Sicht auf die irdischen Dinge beschränkt war, war er damit zufrieden, dass Menschen seine Diener waren. Aber jetzt, in der selbstsüchtigen Bestrebung seiner eigenen ewigen Zufriedenheit, würde er sich gerne alle Attribute aneignen, damit Jehova ihm dient. Aber in all dem gibt es keine Veränderung des Herzens; er mag die Wahl der Mittel oft verändert haben, aber sein Ziel war immer das gleiche; seine eigene Zufriedenheit ist sein Götze.

Eine Veränderung des Herzens besteht also im Wandel der vorherrschenden Vorliebe der Seele bezüglich des verfolgten Ziels. Das selbstsüchtige Herz ist eine Vorliebe für Selbstinteresse gegenüber der Ehre Gottes und dem Interesse an Seinem Reich. Ein neues Herz besteht aus der Vorliebe der Ehre Gottes und den Interessen an Seinem Reich gegenüber der eigenen Zufriedenheit. In anderen Worten, es ist eine Veränderung von der Selbstsüchtigkeit zur Gutmütigkeit, von einem hohen Anspruch auf eigene Interessen zu einer kontrollierten Wahl der Zufriedenheit und Ehre Gottes und Seinem Reich.

Es ist eine Veränderung in der Wahl eines Höchsten Regierenden. Das Verhalten der Sünder, die nicht bereut haben, zeigt sich darin, dass sie Satan als den Herrscher der Welt vorziehen, sie folgen seinen Zielen, werben Stimmen für ihn, sind ehrgeizig für sein Interesse, sogar bis hin zum Martyrium. Sie treiben es mit ihrer Vorliebe für ihn und seiner Herrschaft so weit, dass sie sogar ihren Körper und Seele opfern, um sein Interesse zu fördern und seine Herrschaft aufzubauen. Ein neues Herz ist die Wahl von Jehova als den obersten Herrscher; eine tiefgründige und vorherrschende Vorliebe Seiner Gesetze, Seiner Herrschaft und Charakter und Person als den obersten Gesetzgeber und Herrscher des Universums.

Die Welt ist also in zwei grosse politische Parteien aufgeteilt. Der Unterschied zwischen ihnen ist, dass die eine Partei Satan als den Fürsten dieser Welt wählt und seinen Gesetzen gehorcht und sich seinen Interessen hingibt. Selbstsucht ist das Gesetz von Satans Reich und alle Sünder, die nicht bereut haben, streben mit willigem Gehorsam danach. Die andere Partei wählt Jehova als ihren Gott und widmet sich mit all ihren Interessen Seinem Dienst und Seiner Herrlichkeit. Dieser Wandel bedingt keine naturgegebene Veränderung der Kräfte des Körpers und des Gemüts, nicht mehr als die eines Gesinnungswandels bezüglich der Form oder Administration einer menschlichen Regierung.

Es gibt gewisse Eigenschaften der Seele, mit denen wir durch Erfahrung vertraut werden. Zum Beispiel wissen wir aus Erfahrung, dass die Natur der Seele in ihren individuellen Ausübungen und Neigungen kontrolliert werden muss, durch eine tiefgründige Bereitschaft oder Vorliebe einer speziellen Richtung oder eines Objekts. Zum Beispiel konnte Adam, als zuerst erschaffen wurde und zum Leben erwachte, bevor er seinem Meister gehorcht oder nicht gehorcht hatte, noch gar keinen moralischen Charakter haben. Er hatte keine Neigungen, keine Lüste ausgeübt und keine Taten unternommen.

In diesem Status war er ein kompletter moralischer Täter; und in dieser Hinsicht das Ebenbild seines Meisters; aber er konnte noch keinen moralischen Charakter haben, da ein moralischer Charakter nicht von der Schöpfung selbst stammen kann, sondern mit williger Tat verbunden ist. Denkt nicht, dass ich sagen möchte, dass eine gewisse Zeit verstrich zwischen der Erschaffung von Adam und dem Moment, in dem er einen moralischen Charakter besass. Man nimmt an, dass sobald er zum Leben erwachte und das Wissen der Existenz und Charakter seines Meisters hatte, dessen Gegenwart um ihn herum zweifellos offenbart wurde und er Ihn als seinen obersten Herrscher wählte und freiwillig all seine Kräfte seinem Dienst widmete.

Diese Vorliebe für Gott und Seine Ehre und Seinen Dienst über dem eigenen Interesse und allem andern, festigte seine Bereitschaft oder seinen moralischen Charakter; in anderen Worten, es war ein vollkommen heiliges Herz. Von diesem Herz oder dieser Vorliebe aus flossen wie aus einem Brunnen die reinen Wasser des Gehorsams. All die untergeordneten Bewegungen, Neigungen und Wahlen und Absichten der Seele sowie all die äusseren Taten flossen aus dieser starken und herrschenden Vorliebe für Gott und Seinen Dienst.

Dann fuhr er fort, Gottes Garten zu bebauen und zu bewahren. Für eine Weile war diese Liebe von Adam stark und überfliessend genug, um vollkommenen Gehorsam in allen Dingen zu versichern. Denn der Wille handelt in Übereinstimmung mit einer überfliesenden Liebe. Zum Beispiel hält die Liebe, die ein Mann für seine Frau und Familie hat, jeden Gedanken an Weggehen von ihm fern. Die Stärke der Liebe für seine Frau schliesst jeglichen Gedanken an eine andere Frau aus. Die Wahrscheinlichkeit und Möglichkeit, dass er in Untreue verstrickt würde, hängt von der Stärke und überfliessenden Energie seiner Liebe für sie ab.

Während also die Liebe Adams unerschütterlich war, bestimmte deren Energie die Richtung und den Charakter all seiner Gefühle und seines Verhaltens. Der vollkommene himmlische Gehorsam ist nur möglich durch die grosse Stärke und ständig innewohnende Energie, die aus der Liebe zu Gott und zu Seinem Dienst entspringt. In der Tat quillt die unveränderliche Heiligkeit Gottes aus demselben Brunnen, sie kennt denselben Ursprung. Seine Heiligkeit besteht nicht in der Substanz Seiner Natur, sondern in Seiner Liebe für das Aufrichtige. Seine Heiligkeit muss freiwillig sein und Er ist unveränderlich heilig, weil Er unendlich stark ist, so stark und so überfliessend, dass Er sich niemals ändert.

Adam war vollkommen heilig, aber er blieb es nicht bis zum Ende. Da seine Liebe zu Gott nicht unendlich stark war, veränderte er sich.

Satan versuchte ihn in der Person der Schlange auf eine listige Weise. Er richtete sich an das angeborene Verlangen von Körper und Seele; das Verlangen nach Essen und das Verlangen nach Wissen. Diese Verlangen waren grundlegend. Sie waren nicht an sich sündhaft, aber ihre gesetzwidrige Anwendung war Sünde. Der Zweck der Schlange war, dass er seine Ambitionen für das oberste Ziel veränderte; und das änderte sein Herz oder seinen ganzen moralischen Charakter.

1 Mose 3,1-4
Aber die Schlange war listiger als alle Tiere auf dem Felde, die Gott der HERR gemacht hatte, und sprach zu dem Weibe: Ja, sollte Gott gesagt haben: ihr sollt nicht essen von allen Bäumen im Garten? Da sprach das Weib zu der Schlange: Wir essen von den Früchten der Bäume im Garten; aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Esset nicht davon, rühret sie auch nicht an, dass ihr nicht sterbet! Da sprach die Schlange zum Weibe: Ihr werdet keineswegs des Todes sterben, sondern Gott weiss: an dem Tage, da ihr davon esset, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist.

Das Fundament der Heiligkeit in Adam, das sein heiliges Herz ausmachte, war die Wahl, dass Gott absolut regieren sollte; der Vorrang Gottes und Seiner Herrlichkeit vor der eigenen Freude oder dem Interesse. Es ist leicht erkennbar, dass die Schlange das Ziel anstrebte, eine Veränderung des obersten Ziels zu erreichen; dass er seine eigene Genugtuung des Gehorsams gegenüber dem Meister vorziehe; dass er selbst ein Gott würde anstatt Jehova zu gehorchen; als oberstes Ziel die Selbstgenugtuung zu verfolgen anstelle der Herrlichkeit Gottes. Im Verlangen nach diesem Ziel veränderte er sein Gemüt an diesem fundamentalen Punkt und änderte sein eigenes Herz oder diese bestimmende Liebe, die das Fundament und die Quelle allen Gehorsams war.

Das war ein tatsächlicher Wandel des Herzens; von einem vollkommen heiligen zu einem vollkommen sündhaften Herzen. Aber es war kein naturgegebener Wandel, kein Wandel in der Substanz weder des Körpers noch der Seele. Es war nicht ein Wandel der Kräfte der moralischen Tätigkeiten; sondern nur von deren Gebrauch; von der Verwendung der Energien für ein anderes Ziel.

Stellen wir uns vor, dass Gott zu Adam gekommen wäre und ihm das Gebot gegeben hätte: Mach dir ein neues Herz, auf dass du nicht sterbest. Hätte Adam einfach antworten können: Denkst Du, dass ich mein eigenes Herz verändern kann? Kann ich, der ich ein total verdorbenes Herz habe, dieses Herz verändern? Könnte der Allmächtige ihm nicht mit den Worten des Feuers geantwortet haben: Rebell, du hast dein Herz erst gerade von Heiligkeit zur Sünde verändert, jetzt ändere es wieder von der Sünde zur Heiligkeit

 
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